Hel-Weg

Oder „Schattenarbeit“ – was soll das sein? Die Grund-Annahme besteht darin, dass die Reaktion des Menschen auf Worte, Ereignisse oder Taten durch andere, immer abhängig von den persönlichen Verhaltensmustern ist und diese im Unter- und Unbewussten der Seele das Bewusstsein bestimmen. Hel ist die Göttin der Unterwelt, also des Unbewussten in der Seele des Menschen und dieser Weg führt erst einmal nach „unten“ zu den eigenen Dämonen, Zwängen und Abhängigkeiten die im Laufe der Biografie entstanden, den „Schatten“ der Seele – geht dann aber vom persönlichen Unbewussten weiter in „Unbewusste“ der Welt, der „Anderswelt“ oder „geistige“ Welt.

Der Anfangsvers des GroaGaldr gibt die Richtung an und in diesem Bilderzyklus habe ich diesen Weg versucht darzustellen. Der Unterschied zur üblichen sozialen und religiösen Praxis liegt in der Bewertung der eigenen Seele und des eigenen Bewusstseins als positiv und wertvoll. Nicht die Gemeinschaft, oder die Lehre, oder ein Priester oder Amtsträger hat die Verfügungsgewalt über das was in mir ist, sondern nur mein eigenes Bewusstsein. Und nur dieses Bewusstsein kann auf seine eigene Art und Weise sich von diesen Mustern, Zwängen und Abhängigkeiten lösen und auch bewerten welche tragend und welche hemmend sind. Nicht alles was in mir abläuft ist schlecht oder falsch, auch wenn es andere stört oder mich von bestimmten Denk- und Lebensgewohnheiten entfremdet.

Das Suchen und Auffinden dieser Muster in Partnerschaften, sozialen und religiösen Gemeinschaften – und die Darstellung in Bildern und Beschreibungen in Texten, ist der Inhalt meiner Homepage. Persönlich, biografisch, kulturell auf die europäische Tradition bezogen und gewiss nicht für jedermann verständlich. Das geht auch gar nicht

Und so wie mein Bewusstsein in Abhängigkeit bestimmter unbewusster und unterbewusster Muster und (weil selbstbestimmt wirkend) Mächte lebt, so ist es auch der Mensch als psycho-somatische Einheit, die sozialen Gemeinschaften, aber auch Tiere und Pflanzen. Der Hel-Weg führt nicht in den Egoismus oder zu einem „atheistischen“ Weltbild, sondern zur Wahrnehmung dessen was in den Religionen und Traditionen als Elementarwesen, Geistwesen, Götter usw bezeichnet wurde und wird – allerdings weit weg von der Ein-Gott-Show, die meiner Erfahrung nach nur die Aufblähung des EGO (ohne Wahrnehmung seiner unbewussten Abhängigkeiten) und die Projektion dieses EGO hinaus in die Welt ist. Und – auf der anderen Seite der EGO-Wahn eines Gottes, sein Kampf gegen all die anderen, seine Selbstsucht und Hochmut: „Du sollst keine Götter neben mir haben“ ist für ein Volk, für eine Gemeinschaft durchaus nachvollziehbar – aber eben nicht für alle und es ist (für mich) durchaus sinnig, dass Jesus seinen Vater nie beim Namen genannt hat.

Meine „Väter“ und „Mütter“ finde ich in der europäischen Tradition, im Hel-Weg, in der schamanischen Reise und der Runen-Arbeit – und wenn meine Bilder und Texte andere zu ihren Vätern und Müttern, ihren unbewussten Mustern und Mächten führen kann – dann wäre der Sinn dieser HP erfüllt

Ist das „Unten“ geordnet, ist auch das Wachsen nach „oben“ möglich